Energetische Sanierung nach dem Hauskauf — Kosten, Reihenfolge und Förderung
27.04.2026
7 Min. Lesezeit
Wer ein Bestandsgebäude kauft, kauft oft auch Sanierungsbedarf. Energetische Sanierung senkt Heizkosten, steigert den Immobilienwert und schützt vor künftigen Energiesparpflichten. Der Schlüssel: richtige Reihenfolge und staatliche Förderung maximal nutzen.
Ein unsaniertes Haus aus den 1970ern verbraucht 200–300 kWh/m²/Jahr. Nach Sanierung: 50–80 kWh/m²/Jahr — eine Reduktion von 60–75%. Bei 150 m² Wohnfläche und 0,12 €/kWh Heizkosten sind das 2.700–4.500 € jährliche Einsparung. Zudem steigt der Wert der Immobilie erheblich.
Richtige Reihenfolge bei der Sanierung
Zuerst die Hülle: Dachdämmung, Fassade, Kellerdecke — Wärme halten ist günstiger als erzeugen
Dann die Heizung: Nach der Dämmung reicht eine kleinere Heizanlage — spart Investitionskosten
Zuletzt Fenster: Hohe Kosten bei moderatem Effizienzgewinn — für zuletzt aufheben
Staatliche Förderung: BEG und BAFA 2026
Maßnahme
Förderung 2026
Wärmepumpe (Grundförderung)
30%
+ Klimabonus (Heizungstausch)
+20%
+ Einkommensbonus (< 40k zvE)
+30%
Dämmung (BEG EM)
15%
Fenster (BEG EM)
15%
Komplettsanierung EH 55
20%
Wichtig: Förderantrag immer VOR Auftragserteilung stellen — das ist Pflicht. Rückwirkende Förderung gibt es nicht. Beauftrage einen zertifizierten Energieberater (iSFP) um die maximale Förderung zu sichern.
Was kostet eine Komplettsanierung?
Bei einem typischen 150-m²-Haus aus den 1970ern: 60.000–120.000 € für eine umfassende energetische Sanierung. Mit Förderungen reduziert sich das auf 40.000–85.000 €. Plane bei jedem Bestandskauf ein Sanierungsbudget von mindestens 15–20% des Kaufpreises ein — und lass vorher einen Gutachter schätzen.
Die wichtigsten Punkte: Lage und Infrastruktur, Gebäudezustand (Feuchtigkeit, Heizung, Dach), Grundbuch auf Lasten prüfen, Grunderwerbsteuer je Bundesland einplanen, realistische Finanzierung mit ausreichend Eigenkapital und Puffer für Unvorhergesehenes.
Mindestens die Nebenkosten (ca. 10–13 % des Kaufpreises) sollten aus Eigenkapital kommen. Besser sind 20 % des Kaufpreises plus Nebenkosten. Bei 350.000 € Kaufpreis also ca. 105.000–150.000 €. Wer mehr Eigenkapital mitbringt, bekommt günstigere Zinsen.
Ja. Viele Häuser werden direkt vom Eigentümer angeboten (ImmoScout, Immowelt, eBay Kleinanzeigen, lokale Portale). Das spart die Maklerprovision (bis 3,57 % des Kaufpreises). Du übernimmst dann aber alle Koordination selbst: Besichtigung, Prüfung, Notartermin.