Der Notartermin ist der rechtliche Höhepunkt des Hauskaufs — hier wird der Kaufvertrag beurkundet und du wirst zum zukünftigen Eigentümer. Mit der richtigen Vorbereitung läuft er reibungslos.

Wann findet der Notartermin statt? Typischerweise 2–6 Wochen nach Einigung über den Kaufpreis. Der Notar koordiniert den Termin. Er ist neutral — du kannst aber auch deinen eigenen Notar wählen.

Was du zum Notartermin mitbringen musst

  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass (alle Vertragsparteien!)
  • Steuer-Identifikationsnummer (findet sich auf alten Steuerbescheiden)
  • IBAN des Kontos, von dem der Kaufpreis überwiesen wird
  • Bankbestätigung der Finanzierungszusage (wenn finanziert)
  • Vollmacht, wenn jemand für dich unterschreibt (notariell beglaubigt!)

Was passiert beim Notartermin?

  1. Identitätsprüfung: Notar prüft Ausweise aller Beteiligten
  2. Vorlesen des Vertrags: Der gesamte Kaufvertrag wird vorgelesen (dauert 30–90 Minuten)
  3. Fragen klären: Du kannst jederzeit fragen und Änderungen verlangen
  4. Unterschriften: Alle Vertragsparteien unterschreiben
  5. Beurkundung: Notar beurkundet und versieht mit Stempel und Unterschrift
Wichtig: Du erhältst den Vertragsentwurf üblicherweise 14 Tage vor dem Termin. Lies ihn sorgfältig durch — und lass ihn ggf. von einem Anwalt prüfen. Beim Termin selbst kannst du immer noch Änderungen verlangen, aber das verzögert die Beurkundung. Prüfpunkte für den Kaufvertrag: Kaufvertrag-Checkliste.

Was passiert nach dem Notartermin?

  • Notar reicht Auflassungsvormerkung im Grundbuch ein (Schutz bis zur Eigentumsumschreibung)
  • Finanzamt erhält Bescheid → sendet Grunderwerbsteuer-Bescheid (4–6 Wochen)
  • Nach Zahlung der Grunderwerbsteuer: Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Finanzamt
  • Notar beantragt Eigentumsumschreibung im Grundbuch
  • Du bist rechtlich Eigentümer

Notarkosten — was fällt an?

Die Notarkosten beim Hauskauf liegen bei ca. 1,0–1,5 % des Kaufpreises. Sie sind gesetzlich geregelt (GNotKG). Mehr dazu in unserem Notarkosten-Rechner und im Ratgeber Notarkosten beim Hauskauf.

Notartermin Checkliste – was du zum Notartermin mitbringen musst
Fazit: Lass dir den Vertragsentwurf rechtzeitig zusenden und prüfe ihn in Ruhe. Bringe alle Dokumente vollständig mit. Der Notartermin selbst ist formal — der kritische Moment ist die Lektüre des Entwurfs davor.

Häufige Fragen

Ja, die Checkliste lässt sich einfach über die Druckfunktion des Browsers ausdrucken (Strg+P / Cmd+P). Alternativ als PDF speichern und auf dem Smartphone oder Tablet nutzen.
Das hängt von deiner Situation ab. Generell gilt: Alles was irreversibel ist oder teuer werden kann, hat höchste Priorität. Im Zweifel hole dir professionelle Unterstützung — ein Gutachter oder Anwalt kostet weniger als ein teurer Fehler.
Nein, nicht alle Punkte sind zwingend relevant für jede Situation. Geh die Liste durch und markiere was auf dein Objekt und deine Situation zutrifft. Lasse nichts ungeprüft was finanziell oder rechtlich bedeutsam sein könnte.