Wer ohne Finanzierungsplan ein Haus kauft, kauft blind. Ein Finanzierungsplan gibt dir Klarheit über Budget, monatliche Belastung und Risikopuffer — bevor du irgendetwas unterschreibst.
- Eigenkapital und Herkunft
- Kaufpreis + alle Nebenkosten
- Monatliche Rate und Tragbarkeit
- Laufende Betriebskosten
- Rücklage für Reparaturen
Schritt 1: Eigenkapital vollständig erfassen
Addiere alles zusammen: Konten, Depot (mit 20% Sicherheitsabschlag), Bausparvertrag-Guthaben (Bausparvertrag vergleichen), Riester-Guthaben, Rückkaufswert Lebensversicherung. Eigenleistungen beim Bau (Muskelhypothek) können von manchen Banken mit 10–15% des Kaufpreises angerechnet werden.
Davon abziehen: Nebenkosten, die sofort fällig werden (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch). Was übrig bleibt = tatsächliches Eigenkapital für die Finanzierung.
Schritt 2: Maximale Kreditrate berechnen
Realistisch: Nettohaushaltseinkommen abzüglich aller fixer Ausgaben (Miete fällt weg), abzüglich einer Sparrate, abzüglich eines Puffers für Unvorhergesehenes. Das Ergebnis ist deine maximale Kreditrate.
Schritt 3: Laufende Kosten einplanen
Die Kreditrate ist nur ein Teil. Laufende Eigenheim-Kosten:
- Grundsteuer: 600–1.500 €/Jahr
- Wohngebäudeversicherung: 500–1.200 €/Jahr
- Heizung + Nebenkosten: 3.000–7.000 €/Jahr
- Instandhaltungsrücklage: 1–1,5% des Kaufpreises pro Jahr
Schritt 4: Risikopuffer einplanen
Kaufe nie bis an die absolute Grenze deiner Möglichkeiten. Empfehlung: Nach dem Kauf sollten noch mindestens 3 Monatsgehälter als liquide Reserve vorhanden sein. Das schützt bei Jobwechsel, Reparaturen oder unvorhergesehenen Ausgaben.

