Du hast einen Bonus bekommen, eine Erbschaft erhalten oder einfach Geld gespart — und überlegst, ob du es als Sondertilgung in dein Darlehen stecken sollst. Die Antwort hängt von Zinssatz, Anlagealternativen und deinem Vertrag ab.
Wann lohnt sich Sondertilgung?
Die einfache Regel: Wenn dein Darlehenszins höher ist als die Rendite einer sicheren Alternativanlage, lohnt Sondertilgung.
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Darlehenszins 3,5 % / Tagesgeld 2,0 % | Sondertilgung lohnt sich |
| Darlehenszins 3,5 % / ETF-Rendite erwartet 6–8 % | Anlage könnte besser sein |
| Darlehenszins 1,5 % (Altvertrag) / Tagesgeld 3,0 % | Sondertilgung lohnt nicht |
Konkretes Rechenbeispiel
Darlehen 280.000 €, Zinssatz 3,3 %, Tilgung 2 %, Laufzeit ca. 30 Jahre. Sondertilgung 15.000 € nach 5 Jahren:
- Ohne Sondertilgung: Restlaufzeit 25 Jahre, Gesamtzinsen ca. 130.000 €
- Mit Sondertilgung: Restlaufzeit ca. 22 Jahre, Gesamtzinsen ca. 112.000 €
- Ersparnis: ca. 18.000 € + 3 Jahre früher schuldenfrei
Probiere verschiedene Szenarien mit unserem Sondertilgungsrechner.
Was der Kreditvertrag erlaubt
Nicht jede Sondertilgung ist kostenlos. Prüfe deinen Vertrag auf:
- Maximalbetrag: Meist 5–10 % der Darlehenssumme jährlich kostenlos
- Vorfälligkeitsentschädigung: Wenn du mehr tilgst als erlaubt oder außerhalb der Zinsbindung, kann die Bank Entschädigung verlangen
- Zeitfenster: Manche Verträge erlauben Sondertilgungen nur zu bestimmten Terminen
Die richtige Vertragsgestaltung erklärt Zinsbindung richtig wählen.
Steuerliche Aspekte
Bei selbstgenutztem Eigenheim gibt es keinen steuerlichen Vorteil durch Sondertilgung — Zinsen sind nicht absetzbar. Bei vermieteten Immobilien hingegen mindern Zinszahlungen die Steuerlast — hier kann es sogar sinnvoller sein, langsam zu tilgen und Kapital anderweitig anzulegen.

