Renovierungskosten beim Hauskauf – was kostet welche Maßnahme wirklich?
23.03.2023 Aktualisiert: 13.04.2026
9 Min. Lesezeit
Wer ein Bestandsobjekt kauft, kauft in vielen Fällen Renovierungsbedarf mit. Wie viel das kosten kann — und wie du realistisch kalkulierst, bevor du ein Angebot machst.
Faustregel: Bei Häusern älter als 20 Jahre solltest du 10–20 % des Kaufpreises für Renovierungen und Modernisierungen einplanen. Bei sehr alten Häusern (vor 1980) können es auch 30–40 % sein.
Renovierungskosten nach Gewerk
Bad / Sanitär
Eine komplette Badsanierung (12–15 m²) kostet je nach Ausstattung:
Einfache Sanierung: 8.000–15.000 €
Mittlere Qualität: 15.000–25.000 €
Hochwertig: 25.000–50.000 €
Küche
Neue Küche inkl. Geräte und Einbau: 8.000–30.000 € je nach Größe und Ausstattung. Aber: Küchen können als Inventar separat im Kaufvertrag behandelt werden — das spart Grunderwerbsteuer. Mehr dazu: Abstandszahlung und Inventarübernahme.
Böden
Bodenbelag
Material + Verlegung / m²
Laminat
25–50 €/m²
Parkett (schwimmend)
50–90 €/m²
Fliesen
50–100 €/m²
Massivparkett geschliffen
80–150 €/m²
Heizung
Heizungsanlage tauschen: 8.000–25.000 € je nach System (Gas-Brennwert, Wärmepumpe, Pellets). Wärmepumpen kosten mehr, werden aber gefördert (BAFA/KfW). Mehr zu Förderprogrammen: KfW-Förderung beim Hauskauf.
Wenn Sanierungskosten den Kaufpreis erheblich drücken könnten, lass ein Gutachten erstellen. Die Kosten dafür (500–1.500 €) sind gut investiert. Zu Gutachterkosten mehr in Gutachterkosten beim Hauskauf. Den Gesamtüberblick der Sanierungskosten bietet auch Sanierungskosten beim Hauskauf.
Verhandlungsstrategie: Dokumentiere alle sichtbaren Mängel bei der Besichtigung mit Fotos. Hol dir 2–3 Kostenvoranschläge von Handwerkern. Diese Liste ist dein Verhandlungsargument für einen Preisnachlass — professionell und faktenbasiert.
Fazit: Renovierungskosten müssen bei der Kaufentscheidung eingeplant werden. Ein günstiger Kaufpreis mit hohem Sanierungsbedarf kann teurer werden als ein teureres, gepflegtes Objekt. Die Gesamtkosten berechnest du mit dem Nebenkosten-Rechner.
Die laufenden Kosten umfassen: Grundsteuer (300–1.500 €/Jahr), Wohngebäudeversicherung (400–1.000 €/Jahr), Heizkosten, Strom, Wasser, Schornsteinfeger, Wartungsverträge und Rücklagen für Reparaturen. Plan insgesamt 3–8 % des Kaufpreises als jährliche Unterhaltskosten.
Einmalige Kosten beim Hauskauf: Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 %), Notarkosten (1,0–1,5 %), Grundbuchkosten (0,3–0,5 %), ggf. Maklercourtage (bis 3,57 %) und Gutachterkosten (500–1.500 €). Dazu kommen Renovierung, Umzug und erste Einrichtung.
Beim selbstgenutzten Eigenheim nein. Bei vermieteten Immobilien ja: Grunderwerbsteuer, Notarkosten und Maklercourtage zählen zu den Anschaffungsnebenkosten und können über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden (AfA).