Wenn die Zinsbindung deines Immobilienkredits ausläuft, musst du die Anschlussfinanzierung organisieren — oft für die größte Schuldensumme deines Lebens. Wer 12 Monate zu früh vergleicht, spart oft Tausende Euro.
Wann solltest du anfangen, zu vergleichen?
Die Faustregel: Spätestens 12 Monate vor Ablauf der Zinsbindung. In vielen Fällen sogar früher:
- Bei steigendem Zinsumfeld: 18–24 Monate vorher
- Für ein Forward-Darlehen: bis zu 5 Jahre im Voraus möglich
- Falls du zum Wechsel der Bank bereit bist: 6–12 Monate reichen
Forward-Darlehen: Zins sichern für die Zukunft
Ein Forward-Darlehen sichert dir heute den Zinssatz für einen Kredit, der erst in 6 Monaten bis 5 Jahren ausgezahlt wird. Kosten: ca. 0,01–0,02 % Aufschlag pro Monat bis zur Auszahlung.
| Forward-Zeitraum | Zinsaufschlag |
|---|---|
| 6 Monate | ca. 0,06 % |
| 12 Monate | ca. 0,12 % |
| 24 Monate | ca. 0,24 % |
| 36 Monate | ca. 0,36 % |
Hausbank oder Wechsel?
Die meisten Kreditnehmer bleiben bei ihrer Hausbank — weil es bequem ist. Dabei lohnt sich der Wechsel oft:
- Wechselaufwand: 2–4 Wochen Papierkram, ca. 200–400 € Notar
- Zinsvorteil durch Wechsel: oft 0,1–0,3 % — bei 200.000 € über 10 Jahre 2.000–6.000 € Ersparnis
Checkliste Anschlussfinanzierung
- Restschuld und Ablauftermin aus Kreditunterlagen heraussuchen
- 12 Monate vorher: Konditionsanfragen bei 3–5 Banken stellen
- Vergleichsportal nutzen: Interhyp, Dr. Klein, Check24
- Forward-Darlehen prüfen: Macht Zinssicherung Sinn?
- Sondertilgungen bis zum Ablauf prüfen — reduziert die Restschuld
- Wechsel oder Prolongation entscheiden und dokumentieren
Was tun bei auslaufender Zinsbindung ab 10 Jahren?
Nach 10 Jahren Zinsbindung hast du gesetzlich das Recht, den Kredit mit 6 Monaten Kündigungsfrist zu kündigen — auch wenn der Vertrag noch länger läuft. Das gibt dir Flexibilität, ohne Vorfälligkeitsentschädigung.

