Deine Zinsbindung endet in 2–5 Jahren und du machst dir Sorgen über steigende Zinsen? Ein Forward-Darlehen sichert dir heute schon den Zinssatz für die Anschlussfinanzierung.
Was ist ein Forward-Darlehen?
Ein Forward-Darlehen ist ein normales Annuitätendarlehen — mit einem Unterschied: Es wird heute vertraglich vereinbart, aber erst in der Zukunft (Forward-Periode: 6–60 Monate) ausgezahlt und wirksam. Du sicherst dir den aktuellen Zinssatz, zahlt aber einen kleinen Aufpreis.
Wie hoch ist der Forward-Aufschlag?
Je länger die Forward-Periode, desto höher der Aufschlag. Typische Werte:
| Forward-Zeitraum | Aufschlag (Faustformel) | Effekt bei 3,5 % Basiszins |
|---|---|---|
| 6 Monate | +0,1 % | 3,6 % |
| 12 Monate | +0,2 % | 3,7 % |
| 24 Monate | +0,4–0,6 % | 3,9–4,1 % |
| 36 Monate | +0,6–0,9 % | 4,1–4,4 % |
| 60 Monate | +1,0–1,5 % | 4,5–5,0 % |
Rechenbeispiel: Lohnt sich das Forward-Darlehen?
Restschuld 200.000 € in 2 Jahren, aktuelle Forwardzinsen 3,9 % (statt 3,5 % ohne Forward):
- Ohne Forward (3,5 % angenommen): 2.000 €/Jahr Zinsvorteil
- Mit Forward (3,9 %): 0,4 % × 200.000 € = 800 €/Jahr Mehrkosten
- Lohnt sich nur, wenn Zinsen in 2 Jahren tatsächlich über 3,9 % liegen
- Du erwartest steigende Zinsen in den nächsten Jahren
- Deine Zinsbindung endet in 12–36 Monaten
- Du willst Planungssicherheit für Budget und Familie
- Forward-Aufschlag ist vergleichsweise gering (unter 0,6 %)
Wenn Zinsen sinken oder stabil bleiben, ist die simple Verlängerung bei deiner Hausbank (Prolongation) meist die bessere Wahl — weniger Aufwand, kein Aufschlag. Vergleiche aber immer mehrere Anbieter, bevor du prolongierst.

