Bausparverträge gelten als old-school — aber in bestimmten Situationen sind sie nach wie vor sinnvoll. Der Schlüssel: verstehen, wann ein Bausparvertrag hilft und wann er schadet.
Wie ein Bausparvertrag funktioniert
Ein Bausparvertrag hat zwei Phasen:
- Ansparphase: Du zahlst monatlich ein (mind. 0,3 % der Bausparsumme/Monat). Die Bausparkasse zahlt dir Zinsen auf dein Guthaben (meist 0,1–0,5 % p.a.).
- Darlehensphase: Sobald du ~40 % der Bausparsumme angespart hast (Mindestguthaben) und der Vertrag "zuteilungsreif" ist, erhältst du das Darlehen (restliche 60 %) zu festem, meist günstigem Zinssatz.
Rechenbeispiel
Bausparsumme 100.000 €, monatliche Sparrate 250 €:
- Ansparphase: ~13 Jahre bis Zuteilungsreife (40.000 € + Zinsen)
- Darlehen: 60.000 € zu 2,0 % Zinsen (fest)
- Monatliche Tilgungsrate: ca. 400 €
- Zinskosten gesamt: ca. 3.800 €
Wann Bausparvertrag sinnvoll ist
- Hauskauf in 5–10+ Jahren geplant: Zeitpuffer für Ansparphase
- Zinssicherung: 2,0 % Darlehenszins ist attraktiv bei hohen Marktzinsen
- Kleine Restschuld tilgen: Bei 50.000–80.000 € Restschuld ideal
- Wohnungsbauprämie nutzen: Nur bei Einkommen unter 35.000 € (ledig) / 70.000 € (verheiratet)
Wann Bausparvertrag sich nicht lohnt
- Du kaufst in 1–2 Jahren: Zu wenig Zeit für Ansparphase
- Marktzinsen unter dem Bauspar-Darlehenszins: Dann ist die Bank günstiger
- Hohe Abschlussgebühr (1–1,6 % der Bausparsumme) frisst Zinsvorteil auf
Viele Finanzplaner empfehlen die Kombi: Annuitätendarlehen für den großen Teil + Bausparvertrag für den kleineren Teil (Restschuld nach erster Zinsbindung). Der Bausparvertrag sichert dann die Anschlussfinanzierung zu festen Konditionen.

