Seit der Maklerprovisions-Reform 2020 gilt in Deutschland eine neue Regel: Wer bestellt, zahlt mindestens die Hälfte. Was das konkret für Käufer bedeutet — und wann keine Provision anfällt.

Aktuelle Rechtslage 2026

Seit Dezember 2020 gilt bei Vermittlung von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Eigentumswohnungen:

Maklerprovision Kosten – was Käufer 2026 wirklich zahlen
  • Der Verkäufer, der den Makler beauftragt hat, zahlt mindestens 50 % der Gesamtprovision
  • Der Käufer kann maximal die Hälfte der vom Verkäufer gezahlten Provision zahlen
  • Praxis: meist wird die Provision hälftig geteilt

Wie hoch ist die Maklerprovision?

BundeslandÜbliche GesamtprovisionAnteil Käufer (50 %)
Bayern, Baden-Württemberg, NRW7,14 %3,57 %
Hamburg6,25 %3,13 %
Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen7,14 %3,57 %

Bei einem Kaufpreis von 350.000 € und 3,57 % Provision für den Käufer sind das 12.495 €. Alle Nebenkosten inkl. Provision: Nebenkosten-Rechner. Die vollständige Erklärung: Maklerprovision beim Hauskauf.

Maklerprovision Kosten – was Käufer 2026 wirklich zahlen – weiterer Blick

Wann fällt keine Maklerprovision an?

  • Privatverkauf: Kein Makler involviert — keine Provision für den Käufer
  • Alleinauftrag Käufer: Du beauftragst den Makler selbst → du zahlst alleine
  • Gewerbliche Verkäufer: Bauträger, Projektentwickler zahlen oft die gesamte Provision

Ist die Maklerprovision verhandelbar?

Grundsätzlich ja — aber in Verkäufermärkten (Objekte sind knapp) selten erfolgreich. In käuferfreundlichen Märkten oder bei langer Vermarktungszeit hat man mehr Spielraum. Direkt beim Makler nach einem Nachlass fragen schadet nicht — das Schlimmste ist ein Nein.

Kaufen ohne Makler: Immer mehr Objekte werden direkt über ImmoScout, eBay Kleinanzeigen oder den Eigentümer angeboten. Hier sparst du die Provision — musst aber Exposé, Besichtigung, Verhandlung und rechtliche Prüfung selbst organisieren. Wie das geht: Makler oder Privatverkauf.

Maklerprovision und Steuern

Beim selbstgenutzten Eigenheim ist die Maklerprovision nicht steuerlich absetzbar. Bei vermieteten Immobilien zählt sie zu den Anschaffungsnebenkosten und wird über die Nutzungsdauer abgeschrieben.

Fazit: Die Maklerprovision ist seit 2020 gedeckelt und hälftig geteilt — aber immer noch ein substanzieller Kostenfaktor. Bei 350.000 € Kaufpreis sind 12.495 € Provision für den Käufer keine Kleinigkeit. Im Privatverkauf lässt sich das sparen.

Häufige Fragen

Die laufenden Kosten umfassen: Grundsteuer (300–1.500 €/Jahr), Wohngebäudeversicherung (400–1.000 €/Jahr), Heizkosten, Strom, Wasser, Schornsteinfeger, Wartungsverträge und Rücklagen für Reparaturen. Plan insgesamt 3–8 % des Kaufpreises als jährliche Unterhaltskosten.
Einmalige Kosten beim Hauskauf: Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 %), Notarkosten (1,0–1,5 %), Grundbuchkosten (0,3–0,5 %), ggf. Maklercourtage (bis 3,57 %) und Gutachterkosten (500–1.500 €). Dazu kommen Renovierung, Umzug und erste Einrichtung.
Beim selbstgenutzten Eigenheim nein. Bei vermieteten Immobilien ja: Grunderwerbsteuer, Notarkosten und Maklercourtage zählen zu den Anschaffungsnebenkosten und können über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden (AfA).